Der Ort verfügt bei diesem Thema über ebenso viel Geschichte, wie es das Thema selbst mitbringt. Oldtimer in der Messe Essen - seit 1989 eine fixe Verbindung. Auch in diesem Jahr trifft sich hier die Szene vom 8. bis zum 12. April. Nun organisiert von einem anderen Veranstalter. Weiterhin dabei: der Capri Club Deutschland.

Die "Retro Classics", selbsternannte "Messe für Fahrkultur", löst 2026 die vorherige Techno Classica ab. Ordentlich Expertise bringen die Geschäftsführer der Retro Messen GmbH, Henning und Thilo Könicke, mit. Die Retro Classics in Stuttgart ist seit vielen Jahren gesetzter Treffpunkt im Süden der Republik. Auch die in Nürnberg stattfindende Retro Classics Bavaria geht alljährlich über die Bühne. Nun also ein Neustart für den Westen. 2017 ging die Retro Classics Cologne an den Start. Ein Jahr später fiel dort bereits wieder der Vorhang.

Jetzt also Essen für die Retro Classics. Henning Könicke kündigt an, dass man sich nicht nur an den "klassischen" Besucher einer Oldtimer-Messe wenden wolle: "Unser Angebot richtet sich an die ganze Familie." So werde man neben hochpreisigen Klassikern auch Raum für günstige Einsteiger-Youngtimer vorhalten. Es wird Sonderschau-Themen zum Mitmachen geben und nicht zuletzt wird ein Familientagesticket Plus+ angeboten, welches für achtzehn Euro zu haben ist und zwei Erwachsenen sowie 1+ Kinder unter 18 Jahren Eintritt gewährt.

Damals in Köln dabei – wir vom CCD. Wie wir auch viele Jahre in Essen stets am Start waren. Seit einigen Jahren sind wir dort auf einer gemeinsamen Fläche mit anderen Ford-Clubs. So ist es auch jetzt, ihr findet uns in der Halle 5. In diesem Jahr zeigen wir hubraumstarke Capri aus allen drei Baureihen.

Retro Classics Essen 2026

Der CCD ist seit vielen Jahren Teil eines gemeinsamen Auftritts verschiedener Ford-Clubs in Essen.

Der CCD ist seit vielen Jahren Teil eines gemeinsamen Auftritts verschiedener Ford-Clubs in Essen.

"Oldtimer müssen greifbar sein. Historische Autos sind auch für junge Leute interessant", hat Eric van Lammeren beobachtet. Damit meint er sicherlich in erster Linie Fahrzeuge jenseits seiner persönlichen Leidenschaft. Van Lammeren ist Initiator und Besitzer der Sonderausstellung "Bugatti Royal". Der Bugatti Type 41, auch Royale genannt, ist ein zwischen 1926 und 1933 hergestelltes Oberklassefahrzeug. Als Kundschaft hatte Ettore Bugatti vor allem die europäischen Königshäuser und die Reichen der damaligen Zeit im Blick. Es entstanden lediglich sechs Fahrgestelle, von denen zwei nicht verkauft werden konnten. Der Royale ist mit über sechs Metern Länge eines der größten und schwersten Autos der Automobilgeschichte und zählt zu ihren großen Klassikern.

Zurück in die Gegenwart und die Messe Essen. Zwei der acht Hallen sind als Markenhallen ausgewiesen. Dazu gibt es eine Premiumhalle (mit dem Bugatti-Thema), eine "British Lane", Plätze für Motorsport und Verbände, die Verkaufsflächen sowie eine "Club Arena" in der Halle 5. Hier schlägt das Herz der Enthusiasten besonders stark, an dieser Stelle präsentiert sich neben uns unter anderem die Alt-Opel-Interessengemeinschaft mit starker Unterstützung durch den Stellantis-Konzern, zu dem Opel gehört.

Der Oldtimer-Boom in Deutschland hält laut aktuellen Zahlen weiter an. 923.538 historische Fahrzeuge waren Anfang 2026 zugelassen – vier Prozent mehr als 2025, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mitteilte. Damit hat sich der Oldtimer-Bestand auf den Straßen in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Kritiker warnen schon von der „Oldtimer-Schwemme“, die jetzt drohe. Das H-Kennzeichen wurde 1997 eingeführt, um rare Modelle als automobiles Kulturgut zu schützen. Die Privilegien sind eine auf 191 Euro gedeckelte Kfz-Steuer sowie freie Fahrt in die Umweltzonen der Städte. Doch zuletzt kamen zunehmend Massenmodelle der 1990er Jahre ins H-Kennzeichenalter. Viele davon werden heute noch als Alltagsauto genutzt. Kann man da noch von schützenswerten Oldtimern sprechen?

Tatsache ist allerdings auch: Viele dieser Veteranen tragen gar kein H-Kennzeichen mehr. Oldtimer-Pkw der 1990er Jahre verfügten bereits häufig über „moderne Abgasreinigungssysteme“ und erfüllten damit regulär die Anforderungen zum Erhalt einer grünen Umweltplakette. Damit fallen sie automatisch in eine günstigere Kfz-Besteuerung und die mitunter höher besteuerte Oldtimer-Kennzeichen hat keine Vorteile mehr gegenüber einer normalen Zulassung. So verzichten Oldtimer-Besitzer zunehmend auf die Sondernummer. Zuletzt lag die H-Kennzeichen-Quote laut ADAC bei 54 Prozent mit weiter fallender Tendenz.

[Text: Marc Keiterling - Fotos: Marc Keiterling & Retro Classics]

Capri MK I [Bj. 68 - 73]

Capri MK I

Capri MK II [Bj. 74 - 77]

Capri MK II

Capri MK III [Bj. 78 - 86]

Capri MK III