Zu Gründungszeiten des Capri Club Deutschland und seines Vorgängers waren sie bereits dabei. Dann machten sie viele Jahre CCD-Pause und seit dem Jahr 2025 sind Inge und Thomas Kraushaar wieder an Bord. Ihre ursprüngliche Mitgliedsnummer - die 5 - ist reaktiviert. Hier berichten sie über ihre „Familienangelegenheit“.
Mein (Inge) erstes eigenes Auto war ein II-er GT, 1,6 Liter, 88 PS, spanischrot, mit dem ich total zufrieden war. 1981 lernte ich in der Firma meines Vaters Thomas kennen und wir verliebten uns in jenem Jahr. Mein Bruder fuhr zu diesem Zeitpunkt einen II-er 3,0 Liter S, 138 PS, saturnblau. Bedingt durch den Erhalt eines Firmenwagens 1982 bot mein Bruder seinen Capri zum Kauf an.
Das „Baby“ kam im August 1983
Ich war sofort Feuer und Flamme und begeisterte Thomas, dieses Fahrzeug zu erwerben. Pünktlich zu unserer Hochzeit im August 1983 fand die Fahrzeugübergabe statt und wir waren die stolzen Besitzer. Unser „Baby“ lief, damals noch im täglichen Einsatz, tadellos. Am 16. November 1985 allerdings exakt um 15.15 Uhr bei 200 km/h kam das teure Klacken. Wir hatten circa 78.000 Kilometer auf dem Tacho, als uns ein Kolbenkipper überraschte. Wir bestellten einen neuen Motorblock beim Ford-Händler, der leider nur 4.500 Kilometer hielt. Trotz Einfahröl! Nach eingängiger Prüfung durch die Ford-Werke erhielten wir einen Ersatzmotorblock kostenlos zugestellt.
Die Bekanntschaft mit den Mandls
Bedingt durch diesen Rückschlag suchten wir Kontakt zur Capri-Szene und erhielten über einen befreundeten Ford-Händler in Darmstadt die Adresse vom Capri Club Südhessen. Leider entsprach das Clubleben nicht unseren Vorstellungen und wir traten nach wenigen Monaten wieder aus.
Zum Glück lernten wir Andrea und Gerald Mandl kennen. Da sie schon länger in der Szene waren, konnten sie uns mit einigen Kontakten sehr weiterhelfen. Von diesem Zeitpunkt an begannen wir, regelmäßig Capri-Treffen anzufahren. Hier erfuhren wir dann auch etwa, dass der 3 Liter bei dieser Laufleistung thermische Probleme aufweisen kann.
Der Ausbau einer Wasserpumpe
Im Jahr 1988 gab dann die Wasserpumpe ihren Geist auf. Zu diesem Zeitpunkt gewährte Ford auf gewisse Ersatzteile eine lebenslange Garantie. Das überzeugte und führte uns zum Austausch in eine Ford-Werkstatt.
Dort hat man unser „Baby“ mit quietschenden Reifen in die Halle gefahren, worauf ich (Inge) einen lauten Schrei losließ und dem Monteur einen Anschiss verpasste. Daraufhin wurde er handzahm.
Um die Wasserpumpe zu wechseln, wollte der Monteur dann den Kühler ausbauen. Wir waren da etwas besser informiert. Bedingt durch die Zugänglichkeit sagte ich ihm, dass dies nicht notwendig sei und ich nach Verhandlungen mit der Ford-Werkstatt die Wasserpumpe selbst ausbaute. Den Einbau hat allerdings der Monteur, wegen der lebenslangen Garantie, vorgenommen. Er wusste ja nun, wie das ohne Kühlerausbau geht.
Inge und Thomas Kraushaar damals in perfekter Overall-Teambekleidung und mit ihrem „Baby“.
Während der Reparatur kam man ins Gespräch und selbiger Monteur bot mir seinen I-er, einen Capri 73 mit 1,6 Litern Hubraum, als Geschenk an. Er habe die Lust an der Restaurierung verloren. Gern nahm ich das an und revanchierte mich mit einem 100 D-Mark-Schein. Wir verpassten dem Capri das fehlende Glasdach und das Auto war fahrbereit.
Zu diesem Zeitpunkt hatten wir schon mehrere Capri. 1 x III-er mit 2,0 Liter. 1 x III-er mit 2,3 Liter. 3 x II-er mit 3,0 Liter.
Da man zu diesem Zeitpunkt immer wieder einen Capri auf der Straße traf, kamen einige der Fahrer auf uns zu und fragten uns, ob sie mit uns zusammen auf Capri-Treffen fahren könnten. Somit entschlossen wir uns, die Capri-Einzelfahrergemeinschaft Main-Taunus zu gründen.
1989 kam eine größere Reparatur auf unser „Baby“ zu, da der Rost an einigen Stellen der Karosserie zugeschlagen hatte. Diverse Löcher wurden fachgerecht verschlossen, neue Kotflügel und Türen wurden eingebaut. Nachdem das komplette Auto auseinandergenommen war und der Motor, Getriebe und Achsen entnommen waren, erhielt er eine neue Lackierung sowie Seitenschürzen, Front- und Heckspoiler. Die Hosenträgergurte durften auch nicht fehlen, ebenso wie die 7x13 Zoll 205er. Die Auspuffanlage wurde in RS umgewandelt.
Bedingt durch die Zugehörigkeit in der Capri-Szene und das erlangte Wissen verstärkten wir unsere Maschine unter der Mithilfe unseres Bruders/ Schwagers mit einer HD-Ölpumpe und einem Ölkühler. Außerdem wurden die Achsen und die Lenkung überholt und in das Getriebe neue Lager eingebaut. Zum Schluss wurden noch Zierstreifen angebracht und der Schriftzug „Essex“ ziert beide Kotflügel. Während dieser Zeit nutzten wir den 1,6 Liter und einen der anderen 3,0 Liter als Ersatzfahrzeug.
CCD-Mitglied Nummer 5: die Kraushaars sind mit der alten Ziffer und ihrem „Baby“ wieder Teil des Capri Club Deutschland.
Ab diesem Zeitpunkt konnten wir wieder ohne Sorge auf die Capri-Treffen fahren. Unsere Fahrten führten uns auf viele Treffen in Deutschland, der Schweiz, Dänemark, Norwegen, England, Belgien, Frankreich sowie Holland.
In diesen Jahren vertiefte sich der Kontakt zu Mandls und wir halfen öfters dabei, ihre Zeitschrift, die „Capri-Post“, herzustellen. Außerdem wurden wir Mitglied im Capri-Infoteam, welches es bereits einige Jahre gab. Im Jahr 1990 waren wir dann dabei, als aus dem Infoteam der Capri Club Deutschland entstand.
CCD-Vorsitzender für drei Jahre
Nach einer kurzen Amtszeit von Ralf May wurde ich (Thomas) am 28. März 1992 zum 1. Vorsitzenden des CCD gewählt. Bei einer Vorstandssitzung kamen wir dann zu dem Entschluss, die damalige Zeitschrift „Der Capri-Fahrer“ ab Dezember 1992 in „Capri aktuell“ umzubenennen.
In meiner Amtszeit wurde die Zeitschrift in Zusammenarbeit mit Carola Löffelhardt (damals Stich) und Anton Feßler sowie von Inge und mir hergestellt. Ab Mai 1994 konzentrierten sich Inge und ich darauf, für interessierte Capri-Fahrer beim Oldtimer Grand Prix des AvD die regelmäßige Teilnahme auf dem Markenclubgelände zu organisieren.
Bedingt durch Unstimmigkeiten im Vorstand entschloss ich mich nach drei Jahren, mit mehreren Vorstandskollegen das Amt niederzulegen. Gerd Kraus wurde mein Nachfolger.
Durch die Teilnahme an den verschiedenen Treffen ergab es sich durch den Unfalltod eines Capri-Freundes, dass uns ein III-er 2.8i, vom Capri Club Kiel zum Kauf angeboten wurde. Dieser Capri war dann stolzer Siebter in unserem Eigentum. Allerdings wurden die ganzen Capri im Laufe der Jahre wieder verkauft oder geschlachtet. Wir sind allerdings stolz, dass noch zwei unserer früheren Fahrzeuge in der Capri-Szene unterwegs sind.
Unser „Baby“ behalten wir natürlich, 3 Liter bleiben eben 3 Liter. Wir werden auch weiterhin, sofern es uns möglich ist, Capri-Treffen besuchen.
Im Jahr 2011 sind mehrere Capri-Fahrer sowie ich (Thomas) dann aus dem CCD ausgetreten. Die damalige Art der Vereinsführung missfiel uns.
Die bekannten Klassikertage in Hattersheim, für die Capri-Fahrer des CCD wird dort von Gerhard Weinfurter alljährlich ein Treff organisiert, finden wir toll. Gerhard lud uns aus Anlass von „50 Jahre Capri II“ im letzten Jahr ein, um dort auch unser Fahrzeug zu präsentieren. Durch das Treffen mit vielen uns bekannten Capri-Fahrern und die gute Stimmung motiviert, entschlossen wir uns 2025, wieder in den CCD einzutreten.
Insgesamt haben wir uns in der Capri-Szene immer sehr wohl gefühlt, viele schöne Treffen besucht und Freundschaften geschlossen, die wir bis heute pflegen.
[Text: & Fotos: Inge & Thomas Kraushaar]







