Anfang August bin ich auf der Website unseres Capri Club Deutschland über die Einladung der Kölner Ford-Werke zum Sommer-Autokino-Event gestolpert. Weil ich ganz in der Nähe von Köln wohne, habe ich mich einfach mal auf gut Glück mit meinem Capri für diese Veranstaltung angemeldet. Da insgesamt nur Platz für 120 Fahrzeuge angekündigt war und sämtliche Ford-Modelle zugelassen waren (alte wie neue), hatte ich mir keine allzu großen Chancen auf eine Zusage ausgerechnet. Aber ein paar Tage später fand ich tatsächlich die Einladung in meinem E-Mail-Postfach. Wer weiß, vielleicht lag es an dem Foto, das ich von meinem Schätzchen mitgeschickt hatte…
Am 30. August, einem wunderbaren Spätsommertag, habe ich mich dann am frühen Abend mit meinem Capri auf den Weg nach Köln gemacht und war gespannt, was mich dort erwarten würde. Am Werk angekommen, reihte ich mich vor dem Tor in eine kurze Warteschlange ein. Vor mir eine „Badewanne“ aus den 60er Jahren und hinter mir ein Scorpio aus den 90ern. Welch´ eine Bandbreite!
Nach dem Einchecken am Werkstor wurden wir von zwei Mitarbeitern stilecht mit Popcorn und Getränken versorgt und auf dem Autokino-Platz eingewiesen. Das Schicksal platzierte mich hinter einem Capri, der fast genauso aussah wie meiner.
Da bis zum Beginn des angekündigten Kinofilms noch gut zwei Stunden Zeit war, haben wir uns erstmal die vielfältigen Fahrzeuge angesehen, die nach und nach den Platz füllten. Dort waren so ziemlich alle Modelle zu sehen, die jemals von Ford gebaut wurden. Ein gutes Dutzend Capri, Taunus, Granada, Escort, Sierra, Scorpio, Mondeo, Fiesta, Focus, Transit, Mustang. Alte und neue Modelle (ja, auch der aktuelle E-Capri), stinknormale Brot- und Butter-Autos sowie individuell aufgemotzte und hochgetunte Vehikel.
Auf dem Werksgelände durften wir uns frei bewegen und ein bisschen von der guten alten Zeit schnuppern, in der unsere Capri dort mal vom Band gelaufen sind. Einige Hallen machten äußerlich den Eindruck, als ob Henry Ford persönlich dort gerade erst vor ein paar Minuten herausspaziert wäre. Und auch Vater Rhein bot an diesem sonnigen Abend eine einmalige Fotokulisse.
Ein absolut unerwartetes Highlight war aber eine kurze Besichtigung der Klassiker-Halle, in der es wahre Ford-Schätze zu bewundern gibt. Darunter auch die Werks-Renncapri mit Fotos und Berichten von den damaligen Rennen. Dort hätten wir gerne noch viel mehr Zeit verbracht!
Bei Einbruch der Dunkelheit begaben sich dann alle in ihre Autos und warteten gespannt auf den Beginn des Films „F1“. Schnell noch das gute alte Blaupunkt-Autoradio auf die richtige Frequenz eingestellt und schon konnte es losgehen. Wie im richtigen Kino gab es ein Vorprogramm. Dies bestand aus einer kleinen Zeitreise durch die Ford-Geschichte mit kurzen Mitarbeiter-Interviews und ein paar alten Werbefilmen, in denen natürlich auch der Capri nicht fehlen durfte.
Als der Film dann endlich begann, wurde es mucksmäuschenstill und die Geschichte zog einen schnell in ihren Bann. In dem Film geht es um einen ehemaligen Formel 1-Rennfahrer (gespielt von Brad Pitt), der von seinem alten Team-Kollegen (gespielt von Javier Bardem) nach 30 Jahren zur Rückkehr in die Formel 1 überredet wird, um sein angeschlagenes Team zu retten. Die Story war spannend und viele Sequenzen sind aus Sicht des Fahrers gedreht worden, so dass man sich in seinem eigenen Auto fast wie hinter dem Cockpit des Formel 1-Fahrzeugs fühlte und die Rennstrecken beinahe schon mitlenken konnte.
Außerdem wurden in dem Film immer wieder Aufnahmen von echten Formel 1-Rennen verwendet, so dass man voll in das F1-Ambiente eintauchen konnte und auch schon mal Lewis Hamilton und andere reale Rennfahrer im Bild sah.
Gegen Mitternacht endete die Veranstaltung mit einem langen Hupkonzert als Dankeschön an die Ford-Werke und alle fuhren beseelt von diesem einzigartigen Abend nach Hause.
[Text & Fotos: Silke Peters]








